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Nachfrage nach Haustieren boomt - Augen auf bei der Anschaffung von Tieren

Veröffentlicht am 14.04.2021 Heimtiere Illegale Transporte Hunde

Tierhandel boomt – Nachfrage nach Tieren erreicht nie dagewesene Dimensionen

Gerade in Zeiten der Corona-Krise suchen viele Menschen bei Vierbeinern Trost. Die Nachfrage reicht vom Hamster über Kaninchen, Vögel, Exoten bis hin zu Katzen und Hunden als meistgefragte Haustiere. Besonders beliebt sind dabei Hundewelpen. Mit der gestiegenen Nachfrage geht gleichzeitig eine schockierende Preisentwicklung einher. Das nutzen nicht nur erfahrene kriminelle Vermehrer und Händler aus, sondern auch Privatpersonen erhoffen sich schnelles Geld durch den Verkauf von Welpen. Die einschlägigen Portale im Internet sind voller Verkaufs-, aber auch Tiergesuchsanzeigen.

 

Auch wenn der Wunsch nach Tieren in dieser Zeit besondere Bedeutung erlangt und die Sehnsucht nach Kontakten, Zuneigung, einem Partner stillen soll, wird dringend von einer unüberlegten, leichtfertigen Anschaffung eines Tieres abgeraten. Man übernimmt Verantwortung für das ganze Leben des Tieres und das ist bestimmt, länger als die Pandemie dauert. Wie ist die Betreuung des neuen Familienmitglieds nach Homeoffice, Homeschooling, Lockdown gesichert? Wer kümmert sich um das Tier, wenn der nächste Urlaub vor der Tür steht? Wer versorgt das Tier, wenn eine es bei einer Einzelperson lebt, die vielleicht krank wird? In Zeiten von Kurzarbeit und steigenden Preisen sollte auch geprüft werden, ob ausreichend finanzielle Mittel vorhanden sind, um auch eventuell anfallende Tierarztkosten zu tragen.

 

Wer nach gründlichen Überlegungen all diese Fragen positiv beantwortet, steht nun vor der Suche und Qual der Wahl. Kunden entscheiden sich leider oft sehr schnell für den Kauf, weil sie entzückt von so kleinen Welpen sind oder auch aus Mitleid, weil Ihnen das Gefühl vermittelt wird, sie hätten einen Hund gerettet.

Bitte leisten Sie keinen Beitrag zur Vermehrung des Hundeleids durch den Kauf von Tieren aus dubiosen Quellen!

Sie werden in Massenzuchtanlagen geboren, ihre Mütter werden als Gebärmaschinen missbraucht und sie haben kaum Chancen auf ein leidfreies Hundeleben. Viele Welpen werden in Osteuropa produziert, um verkauft zu werden. Das Geschäft mit den Welpen blüht. Sie werden in dunklen, schmutzigen Unterkünften gehalten, die Versorgung mit Wasser und artgerechtem Futter ist mangelhaft. Die kleinen Hunde werden meist viel zu früh von den Muttertieren getrennt. Sie haben keinen Sozialkontakt zu Mensch und Tier, bekommen keine Zuneigung, da die Mutter dazu meist viel zu schwach und ausgelaugt ist.

Oft schon 6-7  Wochen nach der Geburt werden die Welpen in Kisten, Katzentransportboxen oder Taschen gepackt und oft hunderte von Kilometern zu unseriösen Hundeverkäufern oder grenznahen Hundemärkten transportiert. Nach langem Transport, oft ohne ausreichend Wasser und Futter, in Dunkelheit und bei wenig Luftzufuhr durchleben die Welpen Todesängste, ehe sie meist geschwächt und verstört den Interessenten, inzwischen sehr teuer zum Kauf angeboten werden. In Deutschland ist die Abgabe von Welpen laut Tierschutz-Hundeverordnung erst nach der achten Woche erlaubt.

Die Einfuhr von Welpen aus EU-Ländern ist frühestens mit 15 Wochen und bestehendem Tollwutschutz zulässig. Tier aus nicht gelisteten Drittländern dürfen frühestens mit 7 Monaten und nachweislichem Tollwutschutz eingeführt werden.

Bei illegal eingeführten Auslandswelpen können bereits nach kurzer Zeit große Probleme auftreten. Die Tiere sind krank oder anfällig, wurden nicht tiermedizinisch versorgt, sind ängstlich oder verstört, manchmal entwickeln sie Aggressivität. Das ist nicht verwunderlich, denn durch die nicht artgerechte Haltung und frühe Trennung von der Mutter in der Prägephase hatten es die Welpen nicht leicht. Gesundheitliche Probleme oder Verhaltensstörungen sind vielfach die Folge der unseriösen Aufzucht. Das neue Familienmitglied kann sehr schnell richtig teuer werden, wenn der Tierarzt vielleicht noch eine Krankheit feststellt, die bei uns selten vorkommt und besonderer Medikamente bedarf. Horrende Tierarztkosten und unendliches Leid für die Hunde sind das Ergebnis. Für manchen Welpen gibt es auch keine Rettung mehr.

Inzwischen kann man im Internet seriöse nicht mehr von unseriösen Angeboten unterscheiden. Den Vermehrern und Händlern geht es nur um den Gewinn, sie handeln nicht aus Liebe zu den Tieren. Käufer von Auslandswelpen wissen oft nicht, dass sie mit dem Kauf nur die Zuchtmaschinerie am Laufen halten.

Worauf sollten Sie achten, wenn Sie sich einen Welpen anschaffen?

  • Wird das Muttertier gezeigt? Bei unseriösen Händlern gibt es kein Muttertier. Wenn doch, beobachten Sie, ob es liebevoll mit den Welpen umgeht. Wenn es die Welpen verstößt, nicht säugt, kein Interesse hat, könnte es eine Alibi- statt der leiblichen Mutter sein.
  • Wie ist das Verkaufsgebaren? Stellt der Verkäufer Fragen, um sicher zu sein, dass seien Tiere auf gute Plätze vermittelt werden? Werden Ihre Fragen zu den Welpen beantwortet. Wird Ihnen gezeigt, wie die Welpen bisher leben oder werden Sie an der Haustür, im Hof, auf einem Parkplatz abgefertigt oder bietet der Händler gar an, zu Ihnen nach Hause zu kommen?
  • Gibt es einen Kaufvertrag und enthält er Namen, Adresse und Haftungsklauseln sowie den Preis? Ist das Tier tierärztlich versorgt, gibt es z.B. Impfpässe? Erfahren Sie den Namen des behandelnden Tierarztes?
  • Welchen Eindruck machen die Welpen? Sind sie dünn oder mit aufgeblähten Wurmbäuchen? Ist das Fell stumpf? Sind die Welpen apathisch, zeigen ungewöhnliches Verhalten, fiepen sie oder geben keinerlei Laute von sich? Sind Wasser und Futter verfügbar und ist die Unterbringung liebevoll, sauber und warm genug?
  • Wie viele Rassen sind im Angebot des Verkäufers? Vorsicht bei mehr als 2 Rassen und Mischlingen!
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