Start Landwirtschaft Lange qualvolle Reise bis in den Tod
Lange qualvolle Reise bis in den Tod PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 26. November 2009 um 10:26 Uhr

Wie ein Bauteil fürs Auto:
Tiertourismus bis zum Tod

 

Schweine und Rinder werden mehrmals in ihrem Leben quer durch die Republik gekarrt – bis zu ihrer letzten Reise in den Tod. Dabei werden die Tiere behandelt, wie man den Komponentenbau in der Automobilindustrie kennt. So darf man mit den Tieren nicht umgehen.

 

Millionenfacher innerdeutscher Schlachttiertourismus muss ein Ende haben

 

Der innerdeutsche Schlachttiertourismus muss ein Ende haben. Während die grausamen Schlachttiertransporte über die Grenzen der Nationalstaaten mittlerweile in den Blick der Öffentlichkeit gerückt sind, findet in Deutschland selbst ein unerträglicher Verschiebebahnhof mit Tieren statt, der mit Transporten von 24 Stunden und über tausend Kilometer verbunden ist.

 

In Tiermast und Fleischerzeugung sind längst Methoden eingekehrt, die nicht mehr akzeptabel sind: Ferkel und Kälber werden in Mammuteinrichtungen wie am Fließband „erzeugt“, dann quer durch die Republik zur Aufzucht gebracht, dann wieder zur Mast weitergekarrt und schließlich zum Schlachten erneut auf eine lange qualvolle Reise in den Tod am Schlachthof geschickt. So etwas mag in der Automobilindustrie gängig sein, dass einzelne Komponenten an verschiedenen Standorten produziert und dann in der Endfertigung montiert werden. Mit lebenden Tieren darf man nicht so umgehen – aus tierschützerischen Gründen, aber auch weil dadurch ein hoher Energieverbrauch entsteht.

 

Von diesen Rundreisen, die im Leben jeden Tieres aus Großerzeugungsanlagen mindestens dreimal stattfinden und zwar quer durch die Republik – von Flensburg ins Allgäu, von Oldenburg nach Altötting, selbst in Bayern fast 300 Kilometer weit vom oberfränkischen Hof zum Großschlachthof in Waldkraiburg – haben die kleinen Landwirte überhaupt nichts. Dazu bedarf es der ausgefeilten Logistik von Großhändlern und Großabnehmern, bei denen sich wenige Euro geringere Schlachtkosten an einem entfernten Schlachthof deutlich rechnen. Dafür wird Tierquälerei in Kauf genommen.

 

Die Verbraucher wollen nicht, dass Schlachttiere gequält werden; sie sind sehr daran interessiert, zu wissen, aus welcher Region ihr Fleisch kommt. Leider fehlt es bei Fleisch immer noch an der grundsätzlichen Herkunftsbezeichnung, die – wenn sie ehrlich wäre – bei solchen Tieren dann zum Beispiel lauten müsste:  Geboren im Münsterland, verbrachte die Jugendjahre in Niederbayern, wurde in Niedersachsen gemästet und kam im oberbayerischen Waldkraiburg zu Tode.

 

Wir erneuern unsere Forderung, dass Schlachttiere möglichst am nächst gelegenen Schlachthof geschlachtet werden müssen und dass Lebendtiertransporte über mehr als vier Stunden oder mehr als 200 Kilometer nicht zugelassen werden.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 26. November 2009 um 10:28 Uhr
 
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