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Freitag, 05. April 2013 um 04:21 Uhr

"Kein Rotwildabschuss in den Wintergattern!"

 

Der Deutsche Tierschutzbund, Landesverband Bayern, hat als Vertreter von 112 bayerischen Tierschutzvereinen mit über 100.000 Mitgliedern einen Brandbrief an Umweltminister Dr. Marcel Huber geschrieben und organisiert vor Ort den Widerstand gegen den Abschuss von Rotwild in den Wintergattern.

 

Obwohl sich das Plenum des Bayerischen Landtags erst kommende Woche mit einem entsprechenden Beschluss des Umweltausschusses befasst, wurden von einer Reihe von Landratsämtern bereits Bescheide erlassen, dass für die TBC-Rotwild-Untersuchung Tiere in den Wintergattern geschossen werden müssen.

 

In  neun  Landkreisen der bayerischen Alpen sollen bis 20. April 2013 in 57 Wintergattern insgesamt 358 Stück Rotwild erlegt werden.

 

Eine Maßnahme, die für den Tierschutzbund Bayern nicht nur rechtswidrig, sondern auch ethisch in keinster Weise gerechtfertigt ist.

 

 

Vizepräsidentin Tessy Lödermann: "Es ist ein Verbrechen, in der Schonzeit in den Wintergattern, die für das Rotwild ein für das Überleben im Winter wichtiger Ort der Ruhe und Sicherheit sind, zu schießen. Die Tiere werden in ihrer Panik die Zäune durchbrechen und das sehr lernfähige Rotwild wird das Wintergatter in den nächsten Fütterungsperioden teilweise nicht mehr aufsuchen, mit der Folge von massiven Verbiss- und Schälschäden im Bergwald. Zudem ist das weibliche Rotwild derzeit hochträchtig".

 

Der Abschuss im Wintergatter ist auch Seuchenrechtlich nicht gerechtfertigt. So werde bereits seit 2009 eine Beprobung des Rotwilds durchgeführt. Auf der Grundlage des mit dem Bayerischen Umweltministeriums vereinbarten Rotwild-Untersuchungsplans sollen im Jagdjahr 2013/2014 in den bayerischen Alpen 1.600 Stück Rotwild auf TBC untersucht werden.

 

Es liegen bisher auch keine belastbaren Erkenntnisse vor, dass als Infektionsquelle für die wenigen Tbc-positiven Rinder das Rotwild in Betracht kommt.

Tessy Lödermann: "Kein Mensch versteht und es ist fachlich auch nicht begründbar, warum jetzt kurz vor der Öffnung der Wintergatter unter Aufhebung des Bayerischen Jagdgesetzes und absolut tierschutzwidrig in den Gattern geschossen werden soll, zumal noch hunderte  nicht untersuchte Proben in den Tiefkühltruhen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit vor sich hin gammeln".

 

Die Tierschützer sind sich sicher, dass die Bekämpfung von Rinder-TBC  nur ein Vorwand ist, um das Tabu der Jagd in den Wintergattern zu brechen. Wird doch der Abschuss im Gatter auch in Landkreisen angeordnet, in denen bisher kein einziger Fall von Rotwild-TBC nachgewiesen wurde. Selbst im am stärksten betroffenen Allgäu ergab sich ein Befall von unter vier Prozent. Im Nachbarland Österreich greift die TBC-Rotwild-Verordnung erst bei einer Durchseuchung von mindestens 35 Prozent.

 

Tessy Lödermann: "Wir werden alles unternehmen, um das Gemetzel in unseren Rotwildgattern zu verhindern und fordern die Abgeordneten des Bayerischen Landtags auf, nächste Woche gegen die entsprechenden Anträge zu stimmen."

 
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